{"id":7383,"date":"2019-10-09T08:25:44","date_gmt":"2019-10-09T06:25:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cibx.de\/?p=7383"},"modified":"2019-10-09T08:25:44","modified_gmt":"2019-10-09T06:25:44","slug":"enise-lauterbach-zukunft-ehealth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cibx.de\/en\/enise-lauterbach-zukunft-ehealth\/","title":{"rendered":"&#8222;Bedauerlicherweise herrscht Angst&#8220; &#8211; Dr. med. Enise Lauterbach \u00fcber die Zukunft von eHealth"},"content":{"rendered":"<p>In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden befragen wir Experten zur Zukunft von Medizin und Pflege auf unserem Blog. Heute sprechen wir mit einer Person, die einen besonders interessanten Background hat: Dr. med Enise Lauterbach ist Fach\u00e4rztin f\u00fcr  Facharzt in Innere Medizin und Kardiologie, arbeitet aber nicht mehr in der Klinik, sondern k\u00fcmmert sich um die Entwicklung digitaler Innovationen f\u00fcr das Gesundheitswesen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Frau Lauterbach, f\u00fcr die meisten Experten ist eHealth alternativlos. Trotzdem sieht es in der Praxis oft anders aus.  Was denken Sie: Wird sich eHealth in Pflege und Gesundheit in K\u00fcrze fl\u00e4chendeckend durchsetzen oder bleiben Pflege und Gesundheit Systeme, in denen Wandel nur schleichend seinen Durchbruch findet?  <\/h4>\n\n\n\n<p>Die Digitalisierung in der Medizin ist nicht aufhaltbar und sie wird \u00fcber kurz oder lang den Weg in das deutsche Gesundheitssystem finden. Mitnichten werden die Pflege bzw. die pflegerische Versorgungssituation davon ausgenommen sein. Das sollte nicht die eigentliche Frage sein. Vielmehr wie k\u00f6nnen wir eine erfolgreiche Transformation der analogen Prozesse im Sinne der Patienten, der Pflege, der Therapeuten und uns \u00c4rzten erreichen? Eine Partizipation der genannten Akteure an der Gestaltung der digitalen Prozesse w\u00fcrde der Digitalisierung zu einem echten Erfolg verhelfen und diese wahnsinnig forcieren. eHealth ist dann nicht etwas, was einem passiert, sondern eHealth wird gestaltet mit all der langj\u00e4hrigen Expertise, dem praktischen Know-How, um den allt\u00e4glichen Anforderungen und den Bed\u00fcrfnissen der Patienten und der im Gesundheitswesen T\u00e4tigen gerecht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">In welchem medizinischen Bereich sehen Sie den gr\u00f6\u00dften Nutzen von eHealth?<\/h4>\n\n\n\n<p>Als Digital Enthusiastin sage ich mal salopp: im gro\u00dfen Ganzen erkenne ich jetzt schon, wie sich in vielen Bereichen bereits ein gro\u00dfer Nutzen abzeichnet. Eines kann Digitalisierung jedoch nicht, pers\u00f6nliche Zuwendung, vertraute Kommunikation und Empathie, eine tr\u00f6stende Hand oder Schulter sein. Das wird von Skeptikern dann oft als Argument angef\u00fchrt, dass die pers\u00f6nliche Ebene wegf\u00e4llt, wenn alles automatisiert ist und Digitalisierung das Ende der Zivilisation bedeutet. Bedauerlicherweise herrscht viel Unwissenheit und dadurch auch Angst was eHealth angeht.&nbsp; Gerade hier kann eHealth durch Effektivit\u00e4t und Effizienz uns Zeit verschaffen, unserem zutiefst menschlichen Bed\u00fcrfnis nach Zuwendung, Kommunikation, N\u00e4he, Raum zu geben. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir sollten uns nichts vormachen, die\nRomantik einer Schwarzwaldklinik mit aufopfernden Schwestern, die stundenlang\nZeit f\u00fcr die Patienten haben und der den ganzen Tag hin und her stolzierende\nChefarzt, der sich mit wei\u00dfem, wehenden Kittel hingebungsvoll seinen Patienten\nvoller Aufmerksamkeit und Verst\u00e4ndnis bei der Visite widmet, sind nicht\nexistent. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich pers\u00f6nlich hoffe, dass Big Data\nuns den allergr\u00f6\u00dften Nutzen bringen wird, was die Pr\u00e4diktion von Erkrankungen\nbzw. von bislang nicht erkannten Pathomechanismen einiger Erkrankungen angeht.\nHier k\u00f6nnten wir bei schnellerem Erkennen schneller behandeln. Das w\u00fcrde so\nmanchem Patienten in Zukunft das Leben retten. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wie arbeiten Sie pers\u00f6nlich daran, eHealth in das Pflege- und Gesundheitssystem zu integrieren? <\/h4>\n\n\n\n<p>Die Not meiner Patienten mit\nHerzinsuffizienz brachte mich dazu, meine klinische Karriere diesen Sommer zu\nbeenden, um eine digitale L\u00f6sung f\u00fcr eine bessere Versorgung dieser Patientengruppe\nzu entwickeln, ein Fr\u00fchwarnsystem. <\/p>\n\n\n\n<p>Zum anderen, zunehmend ersch\u00fcttert\n\u00fcber die katastrophale Kommunikationskultur zwischen den behandelnden \u00c4rzten\nmit Folgen f\u00fcr Patienten und chaotischen Alltag in Arztpraxen und\nKrankenh\u00e4usern, habe ich einen sehr intelligenten \u00c4rztemessenger entwickelt. Im\nZeitalter der Digitalisierung werden Befunde per Post oder per Fax verschickt,\nwas noch unglaublicher ist, bei Notf\u00e4llen sogar per WhatsApp! Damit ist es\nhoffentlich bald vorbei.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Zur Person<\/h4>\n\n\n\n<p>Nach dem Studium der Humanmedizin in Mainz mit Abschluss im Jahr 2004 war Frau Dr. med. Enise Lauterbach zun\u00e4chst bis Ende 2008 in der Uniklinik in Mainz als Assistenz\u00e4rztin in der Kardiologie t\u00e4tig. Inzwischen zweifache Mutter, machte sie im August 2012 ihren Facharzt in Innere Medizin und Kardiologie in Trier an der Mosel. Sie spezialisierte sich auf die Behandlung von Herzrhythmusst\u00f6rungen mittels Katheterablation. Ihr Fokus lag auf der Behandlung von Vorhofflimmern mittels Pulmonalvenenisolation und der Behandlung von Herzinsuffizienz. <\/p>\n\n\n\n<p>Ende M\u00e4rz 2018 beendete sie ihre bis dahin klinische T\u00e4tigkeit in Akutkliniken. Sie nahm die Herausforderung an, eine ambulante kardiologische Rehabilitation in Trier zu etablieren und zu leiten. Ihre chef\u00e4rztliche T\u00e4tigkeit k\u00fcndigte Frau Dr. Lauterbach nach \u00fcber einem Jahr zum Juli 2019, um dem Appell ihrer Patienten nachzukommen, eine digitale Behandlungsweise der Herzinsuffizienz zur Verbesserung der Versorgungssituation zu entwickeln. Mit der Gr\u00fcndung eines Digital Health Hub Triers unterst\u00fctzt sie zudem die regionale F\u00f6rderung der Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie die Umsetzung digitaler Innovationen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Auf diesen Social-Media-Kan\u00e4len findet ihr den Digital Health Hub Trier!<\/h4>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/hub_trier\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Twitter<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/hubtrier\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">facebook<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/digital_health_hub_trier\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">instagram<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/digital_health_hub_trier\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">LinkedIn<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden befragen wir Experten zur Zukunft von Medizin und Pflege auf unserem Blog. 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