{"id":6196,"date":"2019-04-18T11:43:33","date_gmt":"2019-04-18T09:43:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cibx.de\/?p=6196"},"modified":"2019-04-18T11:43:33","modified_gmt":"2019-04-18T09:43:33","slug":"aus-dem-arbeitsleben-einer-krankenschwester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cibx.de\/en\/aus-dem-arbeitsleben-einer-krankenschwester\/","title":{"rendered":"Aus dem Arbeitsleben einer \u201eKrankenschwester\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Finja ist 23\nJahre alt und Gesundheits- und Krankenpflegerin aus dem Ruhrgebiet. Im\nInterview mit der cibX GmbH berichtet sie uns von ihrem Arbeitsalltag, den\nProblemen in der Pflege und ihrer Meinung zu Digital Health.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Hallo, Finja! Wie bist du dazu\ngekommen, Gesundheits- und Krankenpflegerin zu werden? <\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Ausbildung habe ich urspr\u00fcnglich nur gemacht, um eine bessere\nChance auf einen Studienplatz in der Medizin zu bekommen. Nach meinem\neigentlich f\u00fcr das Studium absolvierten Krankenpflegepraktikum habe ich gemerkt,\ndass der Beruf Spa\u00df machen kann und eine gute Basis f\u00fcr das Studium bildet und\ndaraufhin die Ausbildung begonnen. Nun arbeite ich auch w\u00e4hrend meines Studiums\nnoch gerne an den Wochenenden als \u201eKrankenschwester\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Auf was f\u00fcr einer Station bist du\nt\u00e4tig?<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Ich arbeite auf einer unfallchirurgischen Station.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Was motiviert dich in deinem Job?<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Mich motiviert vor allem, dass ich meinen Arbeitsalltag trotz\netlicher Routinen jeden Tag neu und selbstst\u00e4ndig organisieren muss. Weiterhin\nmotiviert mich die interdisziplin\u00e4re Arbeit mit anderen Berufsgruppen aus dem\nKrankenhaus. Au\u00dferdem mache ich meinen Job gerne, da ich wei\u00df und regelm\u00e4\u00dfig\nmerke, dass ich durch meine Arbeit, vor allem durch Gespr\u00e4che und \u201eein offenes\nOhr\u201c den Krankenhausaufenthalt f\u00fcr viele Patienten angenehmer machen kann.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Wie stressig empfindest du einen\nArbeitstag im Krankenhaus? Wie w\u00fcrdest du die Arbeitsbelastung f\u00fcr einen Mitarbeiter\nbzw. eine Mitarbeiterin einsch\u00e4tzen?<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Das kommt sehr auf den Dienst und die Besetzung an. Wenn zum Beispiel\nim Fr\u00fchdienst bis zu zehn Neuaufnahmen postoperativ auf die Station kommen und\nnicht sofort alle Betten frei sind oder im Sp\u00e4tdienst eine Notaufnahme nach der\nanderen angek\u00fcndigt wird und man nicht mehr dazu kommt, die \u00fcbrigen Patienten\nzu versorgen, kann ein Arbeitsalltag sehr stressig werden. Vor allem belastend\nund sicher als Stressfaktor ist das Telefon, das nach Feierabend der Sekret\u00e4rin\nder Pflege \u00fcbergeben wird. Nicht selten klingelt es den ganzen Nachmittag, oft\nmit administratorischen und organisatorischen Fragen, die zu dem Zeitpunkt\nnicht gekl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. Ich denke, dass die Arbeitsbelastung, besonders\nf\u00fcr \u00e4ltere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen h\u00e4ufig sehr gro\u00df ist. Viele\nKollegen und Kolleginnen berichten, dass sie sich nach einem Fr\u00fchdienst f\u00fcr\neinen Mittagsschlaf hinlegen m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Was sind f\u00fcr dich die gr\u00f6\u00dften\nProbleme in der Krankenpflege?<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich ist das gr\u00f6\u00dfte Problem, dass f\u00fcr die immer gr\u00f6\u00dfer\nwerdenden Stationen zu wenig Personal da ist. So ist oft nicht ausreichend Zeit,\nsich um jeden Patienten entsprechend seiner Bed\u00fcrfnisse zu k\u00fcmmern. Au\u00dferdem\nist man mittlerweile einen gro\u00dfen Teil der Arbeitszeit mit der Dokumentation\nbesch\u00e4ftigt, die sich zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Digitalisierung\nverdoppelt, da sowohl manuell als auch digital dokumentiert werden muss.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Was f\u00fcr technische Hilfsmittel nutzt ihr auf deiner Station, um Arbeitsprozesse zu beschleunigen?<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Wir haben ein Programm, mit dem wir einen Transportdienst\nbenachrichtigen bzw. anpiepen k\u00f6nnen, der sowohl Patienten zu Untersuchungen\noder in den OP bringt und abholt als auch Materialien wie Blutr\u00f6hrchen etc. von\nA nach B bringt. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Die cibX m\u00f6chte mit cleveren\nOrtungssystemen die Arbeit in der Medizinwelt optimieren. Kommt es bei euch\n\u00f6fter zu Situationen, in denen ihr nicht wisst, wo zum Beispiel freie Betten\noder andere wichtige Utensilien zu finden sind? Wie l\u00f6st ihr solche Probleme\ndann?<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Oft fehlen Rollst\u00fchle oder passende Beinst\u00fctzen f\u00fcr die\nRollst\u00fchle. Meist gibt es keine andere L\u00f6sung als abwarten, bis wieder ein\npassender \u201eRolli\u201c zur Verf\u00fcgung steht. Wird dringend einer ben\u00f6tigt, muss sich\nein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin ans Telefon setzen und die anderen\nStationen durchtelefonieren. Wenn zum Beispiel ein elektrisches Bett auf der\nStation gebraucht wird, dann muss ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin in\nden Keller zur Bettenzentrale fahren, um zun\u00e4chst herauszufinden, ob es ein\nfreies Bett gibt und dieses dann mitzunehmen. Gibt es kein elektrisches Bett,\nmuss der Patient erstmal mit einem \u201enormalen\u201c Bett vorliebnehmen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Kommt es auch manchmal vor, dass ihr\nnicht genau wisst, wo sich Patienten gerade aufhalten?<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Das kommt vor, viel gr\u00f6\u00dfer ist aber das Problem, dass Patienten,\ndie zum Beispiel an einem Tag eine R\u00f6ntgenkontrolle haben sollen, den ganzen\nTag auf der Station warten m\u00fcssen, bis sie zum R\u00f6ntgen abgerufen werden, da es\nnicht die M\u00f6glichkeit gibt, konkrete Termin zu vergeben und es nahezu unm\u00f6glich\nist, Kontakt zu den Patienten aufzunehmen, wenn diese die Station in der\nZwischenzeit verlassen m\u00f6chten. Hier lassen wir uns in Ausnahmesituationen dann\ndie Handynummer des Patienten geben, um ihn erreichen zu k\u00f6nnen, wenn sie in\ndiesem Fall zum R\u00f6ntgen abgerufen werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Der Internist und Diabetologe Dr.\nHansj\u00f6rg M\u00fchlen hat vor kurzem auf einem Kongress gesagt: &#8222;Die\nDigitalisierung wird nicht den Arzt ersetzen, sondern der digitalisierte den\nnicht digitalisierten Arzt.\u201c Wie stehst du zu dieser Aussage?<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Ich denke, dass eine Digitalisierung vor allem die Kommunikation\nzwischen den \u00c4rzten einer aber auch mehrerer Fachabteilungen sowie die\nInterdisziplin\u00e4re Kommunikation und Interaktion verbessern wird. Dies wird\nnicht nur dem Personal, sondern vor allem auch dem Patienten zugutekommen, da\nso alle behandelnden und involvierten Berufsgruppen auf dem gleichen\nInformationsstand sind. Ich denke, dass im Hinblick auf die Optimierung der\nPatientenversorung so tats\u00e4chlich der digitalisierte Arzt, zwar langsam, den\nnicht digitalisierten Arzt ersetzen wird.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Zum Abschluss: Was w\u00fcnscht du dir f\u00fcr\ndie Zukunft der Pflege? Gibt es zum Beispiel eine bestimmte Technologie, die du\nbei der Arbeit gerne als Unterst\u00fctzung h\u00e4ttest?<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Ich f\u00e4nde es sehr hilfreich, in Zukunft auf eine digitalisierte,\nvon allen behandelnden Berufsgruppen gespeiste Krankenakte zugreifen zu k\u00f6nnen,\nin der sowohl die Diagnosen, der aktuelle Medikamentenplan, als auch der\nzuletzt erfasste Gesundheitszustand dokumentiert sind. Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen,\ndass diese Krankenakte f\u00fcr alle weiteren zur Behandlung hinzugezogenen\nInstitutionen und Berufsgruppen des Gesundheitswesens zug\u00e4nglich ist. Mir ist\naber nat\u00fcrlich auch bewusst, dass das derzeit bedingt durch die Datenschutzrichtlinien\nnicht m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Vielen Dank f\u00fcr deine Zeit, Finja! \u263a<\/em><\/h4>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Finja ist 23 Jahre alt und Gesundheits- und Krankenpflegerin aus dem Ruhrgebiet. Im Interview mit der cibX GmbH berichtet sie uns von ihrem Arbeitsalltag, den Problemen in der Pflege und ihrer Meinung zu Digital Health. Hallo, Finja! Wie bist du dazu gekommen, Gesundheits- und Krankenpflegerin zu werden? 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