{"id":14817,"date":"2024-03-25T11:00:00","date_gmt":"2024-03-25T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cibx.de\/?p=14817"},"modified":"2024-03-07T11:00:21","modified_gmt":"2024-03-07T10:00:21","slug":"vertrauenskrise-im-gesundheitswesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cibx.de\/en\/vertrauenskrise-im-gesundheitswesen\/","title":{"rendered":"Vertrauenskrise im Gesundheitswesen: Eine Analyse des Healthcare Barometers 2024"},"content":{"rendered":"<p>Das Vertrauen in die Leistungs- und Reformkraft des Gesundheitssystems schwindet bedauerlicherweise zunehmend, was eine bedeutende Herausforderung f\u00fcr die aktuelle Gesundheitspolitik darstellt. Die Frage, ob die angestrebten Verbesserungen durch die Reformen im Gesundheitswesen erzielt werden k\u00f6nnen, wird von vielen Deutschen skeptisch betrachtet. Eine nur geringe Minderheit von acht Prozent \u00e4u\u00dfert sich \u00e4u\u00dferst zuversichtlich dar\u00fcber, dass diese Ma\u00dfnahmen tats\u00e4chlich den gew\u00fcnschten Fortschritt bringen werden. Dies sind einige der Erkenntnisse, die aus dem j\u00fcngsten <a href=\"https:\/\/cibx.de\/en\/healthcare-barometer-deckt-unzufriedenheit-mit-dem-deutschen-gesundheitswesen-auf\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/cibx.de\/healthcare-barometer-deckt-unzufriedenheit-mit-dem-deutschen-gesundheitswesen-auf\/\">Healthcare Barometer<\/a> 2024 hervorgehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vertrauensverlust in die Qualit\u00e4t des Gesundheitssystems<\/h3>\n\n\n\n<p>Die einstige \u00dcberzeugung, sowie das Vertrauen, dass Deutschland eines der herausragendsten Gesundheitssysteme weltweit besitzt, ger\u00e4t zunehmend ins Wanken. Lediglich 52 Prozent der deutschen Bev\u00f6lkerung betrachten nun ihr Gesundheitswesen als eines der Top-3-Systeme der Welt. Im Vergleich zu 2023 ist dieser Wert um f\u00fcnf Prozentpunkte gesunken, und gegen\u00fcber 2020, w\u00e4hrend der H\u00f6he der <a href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/coronavirus\/chronik-coronavirus\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/coronavirus\/chronik-coronavirus\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Covid-Pandemie<\/a>, sogar um 20 Prozent. Interessanterweise haben die Krankenkassen in diesem Ranking an Ansehen gewonnen, indem sie die h\u00f6chsten Zufriedenheitswerte erzielt haben. Dies zeigt sich deutlich in den Ergebnissen des Healthcare Barometers 2024, einer umfassenden und repr\u00e4sentativen Befragung durch PwC Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Skepsis gegen\u00fcber Reformen und zunehmende Unzufriedenheit<\/h3>\n\n\n\n<p>Roland Werner, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft &amp; Pharma bei PwC Deutschland, \u00e4u\u00dferte sich besorgt \u00fcber das schwindende Vertrauen der Deutschen in die Leistungs- und Reformf\u00e4higkeit des Gesundheitssystems. Er betonte, dass dies die allgemeine Unsicherheit in der deutschen Bev\u00f6lkerung widerspiegele und dass Erfahrungen wie Engp\u00e4sse in der Medikamentenversorgung, Fachkr\u00e4ftemangel und \u00c4rztestreiks die Unzufriedenheit weiter anheizen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Skepsis und das schwindende Vertrauen gegen\u00fcber den angestrebten Reformen im Gesundheitswesen ist betr\u00e4chtlich: Lediglich acht Prozent der Befragten sind \u00e4u\u00dferst zuversichtlich, dass diese Reformen tats\u00e4chlich eine Verbesserung des Gesundheitssystems herbeif\u00fchren werden. W\u00e4hrend 25 Prozent der Befragten sich als generell zuversichtlich bezeichnen, zeigt eine n\u00e4here Betrachtung eine deutliche Kluft zwischen den Generationen. J\u00fcngere Menschen zeigen sich auffallend optimistischer als diejenigen \u00fcber 55 Jahren, bei denen eine gewisse Reformm\u00fcdigkeit zu sp\u00fcren ist. Zum Beispiel geben 43 Prozent der 18- bis 34-J\u00e4hrigen an, zuversichtlich zu sein, w\u00e4hrend es bei den \u00fcber 55-J\u00e4hrigen nur noch 25 Prozent sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Unterst\u00fctzung f\u00fcr Spezialisierung und Reformen<\/h3>\n\n\n\n<p>Des Weiteren zeichnet sich eine breite Unterst\u00fctzung f\u00fcr die geplante Spezialisierung der Krankenhauslandschaft im Rahmen der bevorstehenden Krankenhausreform ab. Laut Umfragedaten w\u00e4ren 77 Prozent der Befragten bereit, f\u00fcr komplexe oder aufw\u00e4ndige Eingriffe l\u00e4ngere Strecken in Kauf zu nehmen. Michael Ey, Co-Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PwC Deutschland, kommentiert diese Entwicklung und unterstreicht die Notwendigkeit eines umfassenden Zukunftskonzepts f\u00fcr die Krankenhausversorgung, das eine engere Verzahnung des station\u00e4ren und ambulanten Sektors sowie die Schaffung fl\u00e4chendeckender Gesundheitsstandorte beinhaltet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Herausforderungen des Fachkr\u00e4ftemangels und Finanzierbarkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Eine der gr\u00f6\u00dften Baustellen, die nicht nur das Vertrauen in das Gesundheitswesen schm\u00e4lern, sondern grunds\u00e4tzlich f\u00fcr Besorgnis sorgen, bleibt der Fachkr\u00e4ftemangel, der ma\u00dfgeblich zur Unzufriedenheit beitr\u00e4gt. Drei Viertel der Befragten betrachten ihn als eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen des Gesundheitswesens, gefolgt von der Sicherstellung der Versorgungsqualit\u00e4t (51 Prozent) und den Defiziten im l\u00e4ndlichen Raum (47 Prozent). Um diesem Problem zu begegnen, sehen die Befragten eine Anpassung der Rahmenbedingungen sowie eine Erh\u00f6hung der Geh\u00e4lter als notwendig an. Zudem betrachten fast die H\u00e4lfte der Deutschen die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems als ein Problem, w\u00e4hrend die Digitalisierung, die Nachhaltigkeit und der Klimaschutz weniger als herausragende Herausforderungen angesehen werden, obwohl das deutsche Gesundheitswesen einen betr\u00e4chtlichen CO2-Aussto\u00df verursacht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kritik an der Behandlungsqualit\u00e4t und die Rolle der Krankenkassen<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Zufriedenheit mit der Behandlungsqualit\u00e4t im Gesundheitswesen hat in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. Aktuell liegt sie bei 35 Prozent, w\u00e4hrend 40 Prozent der Befragten bem\u00e4ngeln, dass sich das \u00e4rztliche Personal zu wenig Zeit f\u00fcr sie nimmt. Insbesondere Berufst\u00e4tige kritisieren die \u00d6ffnungszeiten der Arztpraxen und sehen in telemedizinischen Sprechstunden eine potenzielle L\u00f6sung, die auf breite Offenheit st\u00f6\u00dft. Die Zufriedenheit mit den Krankenkassen bleibt hingegen hoch, wobei die Befragten ihnen die h\u00f6chsten Zufriedenheitswerte entgegenbringen. <\/p>\n\n\n\n<p>Thorsten Weber, Leiter Beratung GKV bei PwC Deutschland, weist jedoch darauf hin, dass die eigentliche Bew\u00e4hrungsprobe im Bereich der Digitalisierung noch bevorsteht, insbesondere mit der Einf\u00fchrung der elektronischen Patientenakte (ePA) ab Anfang 2025. Hier besteht ein erheblicher Aufkl\u00e4rungsbedarf, da bisher nur 35 Prozent der Befragten das Verfahren uneingeschr\u00e4nkt unterst\u00fctzen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Vertrauen in die Leistungs- und Reformkraft des Gesundheitssystems schwindet bedauerlicherweise zunehmend, was eine bedeutende Herausforderung f\u00fcr die aktuelle Gesundheitspolitik darstellt. Die Frage, ob die angestrebten Verbesserungen durch die Reformen im Gesundheitswesen erzielt werden k\u00f6nnen, wird von vielen Deutschen skeptisch betrachtet. 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